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Biologische Forschung

Historische Meeresforschung auf Helgoland

Die Biologische Anstalt Helgoland blickt auf eine über 150-jährige Geschichte zurück. 1835 bewies der Naturforscher Christian Gottfried Ehrenberg, dass das Meeresleuchten um Helgoland durch den mikroskopisch kleinen Einzeller „Noctiluca scintillans“ hervorgerufen wird. Auch der Wissenschaftler Johannes Müller erkannte das Potential der Insel: Er begründete 1845 auf ihr die Planktonforschung. Zur „Königlichen Biologischen Anstalt“ wurde Helgoland 1892 durch das preußische Kultusministerium Helgoland ernannt. Sie entwickelte sich in den Folgejahren zu einer international anerkannten Stätte meeresbiologischer Forschung. Im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört, wurde die Biologische Anstalt Helgoland 1959 neu eröffnet. Seit 1998 gehört sie zur Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven.

Reichsforschungsdampfer “Poseidon”

Rekonstruierte Arbeitsplätze auf dem ehemaligen Reichsforschungsdampfer "Poseidon" im Museum Helgoland.

Vorbild dieses vorwiegend aus Originalteilen rekonstruierten Arbeitsplatzes an Bord war ein Foto aus dem beginnenden 20. Jahrhundert (Archiv BAH). Sie zeigt das Bordlabor, die Wissenschaftler in Anzug und Krawatte.

Der Hummer - Ein Steckbrief

Name: Gammarus
Vorname: Homarus
Wohnort In Höhlen der roten Felsen von Helgoland
Geburtsort: Vor den Küsten von Helgoland
Alter: Wie ein Elefant (teilweise über 50 Jahre)
Größe: Bis zu einem halben Meter
Beine: Acht Laufbeine und zwei kräftige Scheren, die fast so lang sind wie der ganze Rumpf (Waffe und Essbesteck)
Fühler: Vier, bis zu einem halben Meter lang
Mund: Ohne Zähne (diese sind im Magen)
Haut: Fester, grau-blau-brauner Panzer aus Chitin und Kalk

In den 30er Jahren wurden Spitzenfangzahlen von bis zu 80.000 Helgoländer Hummern erreicht. Helgoländer Hummer waren zu der Zeit ein Markenartikel. Jedes gefangene Exemplar wurde mit einer entspechenden Qualitätsplombe versehen (Aufschrift: "Echt Helgoländer Hummer" und dazu das Kirchenwappen). Hauptabnahmeplatz für den Helgoländer Hummer war vor allem Hamburg, wobei man sich um 1712 auch um englische Märkte bemühte. Nach dem 2.Weltkrieg gab es einen Ertragseinbruch, in den 60er Jahren wurden dann nur noch rund 5.000 Tiere gefangen. Von 1980 bis heute werden jährlich nur noch wenige hundert marktreife Hummer angelandet.

Ursachen des Rückgangs
Die möglichen Ursachen des Rückgangs liegen in der Kombination unterschiedlicher Faktoren:

  • Zerstörung des Habitats während und nach dem 2. Weltkrieg durch die Bombardierung Helgolands.
  • Aufgrund fehlender Kontrollen nach dem Krieg fand ein starker Fischereidruck auch auf eiertragende Weibchen und untermassige Hummer statt.

Erhöhte Konzentrationen von Erdölkohlenwasserstoffen in den 60er Jahren in der Nordsee. Diese Chemikalien können das Paarungsverhalten der Hummer negativ beeinflussen.

In der heutigen Zeit gibt es nur noch vier Hummerfischer auf der Insel. Die Fischer arbeiten heute mit der Hummerzuchtstation des Alfred Wegener Institut (BAH) zusammen und geben eiertragene Weibchen dort ab. Die kleinen geschlüpften Hummerlarven werden zunächst in mehreren Wasserbecken über zwei Jahre aufgezogen, sodass sie groß genug sind, um nicht mehr nur als Futter für andere Meeresbewohner zu dienen. Danach werden sie ausgewildert, d. h. ins Meer vor Helgoland ausgesetzt, um so den Hummer wieder anzusiedeln und die Population voranzutreiben.